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VKD bestellt neuen Geschäftsführer

Nach fast 30 Jahren als Geschäftsführerin des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) geht Gabriele Kirchner im kommenden Frühjahr in den Ruhestand. Als ihr Nachfolger wurde vom VKD-Vorstand Dr. Jens-Uwe Schreck bestellt.

Dr. Jens-Uwe Schreck ist Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg. Die Position war innerhalb des VKD ausgeschrieben worden. In einem dreistufigen Verfahren setzte sich der studierte Chirurg und Gesundheitswissenschaftler, der seit rund 10 Jahren dem Verband als Mitglied verbunden ist, durch. Er wird die Geschäftsführung zum 1. April 2019 übernehmen.

Gabriele Kirchner wird nach dem vollzogenen Stabwechsel noch einige Monate für einen reibungslosen Übergang zur Verfügung stehen. „Ich freue mich, dass ein kompetenter, unseren Mitgliedern und den Krankenhäusern zugewandter Nachfolger gefunden wurde. Kontinuität in der Arbeit der Geschäftsstelle ist ebenso wichtig wie die Umsetzung neuer Ideen in der Arbeit für die Mitglieder und in die Öffentlichkeit hinein", erklärt sie. Gabriele Kirchner hatte die Geschäftsstelle des VKD aufgebaut und seitdem deren Arbeit und Wirkung stetig weiterentwickelt.

Dr. Jens-Uwe Schreck erklärt: „Ich freue mich, dass mir der VKD in einer gesundheitspolitisch wichtigen Zeit für die Krankenhäuser und das Krankenhausmanagement die Geschäftsführung unseres bundesweit anerkannten Verbandes übertragen hat. Vorschläge und Kritik der Praktiker in die Politik und die Öffentlichkeit zu tragen, gleichzeitig die Mitglieder in ihrer Arbeit vor Ort zu unterstützen sind anspruchsvolle Aufgaben, denen ich mich mit Energie stellen werde."

Quelle: VKD

Untergrenzen für Pflegekräfte in Kliniken kommen Anfang 2019

Für deutsche Krankenhäuser kommen zum Jahreswechsel verpflichtende Untergrenzen für den Einsatz von Pflegepersonal. Sie sollen ab dem 1. Januar 2019 für Intensivstationen sowie Abteilungen für Kardiologie, Geriatrie und Unfallchirurgie gelten.

Das sieht eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, die voraussichtlich in dieser Woche in Kraft treten soll. "Ein Mangel an Pflegekräften gefährdet Patienten", sagte Spahn am Montag. Die Untergrenzen sollten daher Patienten wie Pflegekräfte schützen. "Ziel ist: Wer zu wenig Pflegekräfte für zu viele Patienten hat, muss Betten abbauen."

Konkret soll etwa für Intensivstationen ab dem 1. Januar 2019 in der Tagesschicht eine Pflegekraft für 2,5 Patienten da sein, nachts für 3,5 Patienten. Ab Januar 2021 soll tagsüber eine Pflegekraft für zwei Patienten im Dienst sein, in der Nachtschicht für drei Patienten. Spahn legt die Untergrenzen nun fest, nachdem Verhandlungen zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen darüber gescheitert waren.

Quelle: dpa

Krankenhäuser werden zu Mobilfunkbetreibern

Ab 2020 soll in Europa der Aufbau der neuen 5G-Mobilfunknetze beginnen. Prof. Dr. Christoph Thümmler erklärt im Gespräch, welche Auswirkungen die neue Technologie auf die deutschen Krankenhäuser hat.

Der Mobilfunkstandard 5G steht in den Startlöchern. Was unterscheidet ihn von seinen Vorgängern UMTS (3G) und LTE (4G), abgesehen von höheren Datenübertragungsraten?

5G bietet tatsächlich wesentlich höhere Datenübertragungsraten. Es wäre aber grundlegend falsch anzunehmen, dass es sich bei 5G nur um ein schnelleres LTE handelt. Der gravierende Unterschied zu den Vorgängern besteht darin, dass sich in einem 5G-Netzwerk wesentlich mehr mobile Endgeräte betreiben lassen. An dieser Stelle wird es interessant: Wir haben im Krankenhausbereich auf der Technikseite eine Reihe von netzwerkfähigen Gerätschaften wie Monitore, Infusionspumpen, Betten oder auch Kleingeräte, die wir momentan in den Netzwerken nicht einsetzen können, weil unter 3G oder 4G die Anbindungsmöglichkeiten fehlen. Wir hoffen, dass wir mit 5G das ‚Internet der Dinge‘ im Krankenhaus realisieren können.

Gibt es neben dem ‚Internet der Dinge‘ noch andere Anwendungen in den Krankenhäusern, die von 5G profitieren?

Die zweite wichtige Neuerung, die 5G bietet, ist die deutlich reduzierte Latenzzeit. Unter UMTS und LTE sind die Zeiten, bis die Signale übertragen sind und eine Anwendung reagiert, noch sehr hoch. Das wird sich unter 5G drastisch ändern. Kurze Latenzzeiten unter einer Millisekunde werden zum Beispiel für das autonome Fahren benötigt. Bei einer Latenzzeit in der Größenordnung von einer Sekunde käme es zu Unfällen. Ähnlich verhält es sich im Krankenhaus mit Operationsrobotern oder assistierten Robotik-Systemen oder Augmented Reality (AR)-Anwendungen. Neben dem Anschluss vieler Endgeräte und der reduzierten Latenzzeit gibt es mit den Netzscheiben (Network Slices) noch eine dritte wichtige Neuerung. Darunter versteht man Anwendungen, die in bestimmten, voneinander isolierten Frequenzbändern als gebündeltes Leistungsspektrum über 5G angeboten werden. Unter 5G wird es möglich sein, mehrere Anwendungen parallel zu nutzen, beispielsweise zu telefonieren und gleichzeitig eine Navigationsapplikation zu nutzen.

Welchen Vorteil bringen die Network Slices im Krankenhaus?

In der Therapie von insbesondere chronischen Erkrankungen zeichnet sich ein Wandel von einer standardisierten zu einer individuellen und bedarfsorientierten Applikation ab. Medikamente werden weniger nach starren Regeln, sondern nach individuellen Bedürfnissen verabreicht. Dazu müssen bestimmte medizinische Parameter in Echtzeit erhoben und durch prädiktive Algorithmen bearbeitet werden. Da die Sensortechnologie möglichst klein gehalten werden soll, werden die Berechnungen nicht auf dem Sensorchip stattfinden, sondern als externe Dienste in sogenannten Network Slices in strukturierten 5G-Domänen verfügbar sein. Ein individuelles Profil, bestehend aus spezifischen Diensten und Slices, wird das mobilfunktechnische Korrelat der Individualisierten Medizin sein.

Eine andere Anwendung der Network Slices betrifft die Virtualisierung. Ein Arzt, der während einer OP ein 3D-Modell des betreffenden Organs auf seiner AR-Brille dargestellt bekommt, kann über weitere Kanäle Informationen aus der Pathologie und Vitalparameter eingeblendet bekommen. Der Arzt wird sich verschiedene Dienste aussuchen können, die er ad hoc aktivieren kann. Damit diese Dienste in Echtzeit zur Verfügung stehen, muss die Cloud des externen Anbieters physisch enger an das Kliniknetz rücken. In der Praxis wird diese sogenannte Edge-Cloud die Dienste zur Verfügung stellen und das Krankenhaus die Patientendaten einfließen lassen.

Wäre die Vernetzung von Insulinpumpen oder Asthmainhalatoren nicht heute schon über WLAN realisierbar?

Theoretisch ja. Im Praxisbetrieb würde die Masse der Anwendungen allerdings jedes WLAN überfordern. Beim Quality of Service ist 5G die deutlich bessere Alternative. Außerdem ermöglicht der Mobilfunk im Gegensatz zu WLAN eine progressive dynamische Verzahnung des ambulanten und stationären Bereichs. Unterschiedliche Infrastrukturen im Krankenhaus und im häuslichen Umfeld haben zur Folge, dass ein niedergelassener Arzt die Einstellungen der im Krankenhaus verordneten Maschinen nicht ohne Weiteres übernehmen kann, sondern neu programmieren muss.

Wie ist es um die Sicherheit bestellt, wenn Patientendaten in einem Mobilfunknetz anstelle des WLAN zirkulieren?

Eine Arbeitsgruppe bei der Bundesnetzagentur erörtert zurzeit genau solche Fragen. Dabei geht es nicht in erster Linie um Krankenhäuser, sondern um die Industrie 4.0 – beispielsweise die Automobilproduktion in ‚Smart Factories‘. Die deutsche Industrie möchte Herr ihrer eigenen Daten sein und sich nicht von den Netzwerkbetreibern abhängig machen. Die von der Industrie angestrebte Lösung besteht in privaten 5G-Netzwerken, die von den Unternehmen selbst überwacht werden.

Stellen die neuen Anwendungen unter 5G eine besondere Herausforderung für den Datenschutz dar?

5G schafft die technischen Voraussetzungen, um Patienten die Kontrolle ihrer Daten in weitaus größerem Umfang als bisher zu ermöglichen. Patienten werden in die Lage versetzt, die Nutzung ihrer Daten in Echtzeit wahrzunehmen und zu kontrollieren. Damit soll der Missbrauch von Patientendaten eingeschränkt werden.

Wenn Krankenhäuser zu Mobilfunkbetreibern werden – müssen sie dann auch Lizenzen ersteigern?

Die Bundesregierung hat beschlossen, nicht mehr alle Frequenzbänder zu versteigern, sondern eine gewisse Bandbreite für die Privatwirtschaft zurückzuhalten. Diese Mobilfunkfrequenzen werden dann direkt von der entsprechenden Bundesbehörde vergeben. Krankenhäuser können bereits jetzt bei der Bundesnetzagentur die Zuteilung von Testfrequenzen beantragen. Permanenten Frequenzen stehen zur Disposition, sobald es die entsprechenden Konzepte für die Vergabe gibt.

Dieser Artikel ist in der aktuellen Ausgabe der Klinik Management aktuell erschienen.