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Apple bringt elektronische Gesundheitsakte auf das iPhone

Noch in diesem Frühjahr soll Apple die mobile elektronische Gesundheitsakte für das iPhone auf den Markt bringen. Der Clou der Funktion namens „Heath Records“: Sie beherrscht die HL7-Standard FHIR zum Austausch von Medizindaten und versteht den HL7-Standard CDA. So ausgestattet, könnte sie mit vielen KIS ­kommunizieren.

Die neue Funktion wertet die bereits bestehende Health App weiter auf und wird Bestandteil der Betriebssystemversion IOS 11.3 sein. Diese Version soll noch im Frühjahr erscheinen, stand aber bis ­Redaktionsschluss lediglich als Beta-Version zur Verfügung. Mittels „Health Records“ können Kliniken und Ärzte Patienteninformationen wie Allergien und Impfungen, klinische Vitalparameter, Laborergebnisse oder auch Angaben zur Medikation des Patienten austauschen. „Ziel ist, medizinische Daten einfach und sicher gleich auf dem iPhone anzusehen“, so Jeff Willams bei der Vorstellung. Williams leitet im Apple-Vorstand als Chief Operating Officer (COO) das operative Geschäft.

Schon in der Pilotphase kooperiert Apple eng mit großen US-KIS-Herstellern wie Cerner, Epic Systems und Athenahealth. „Health Records dockt an unser KIS Millennium an, welches dann die App mit medizinische Daten füttert“, sagt Bernhard Calmer, Director of Business Development bei Cerner Deutschland. Neben den KIS-Herstellern sind in der Pilotphase auch 12 große US-Krankenhäuser mit dabei, darunter das Johns Hopkins Hospital in Baltimore (Maryland) und des Cedars Sinai in Los Angeles (Kalifornien).

Europäische Krankenhäuser sollen bald folgen

Dem Vernehmen nach bleibt die elektronische Akte zunächst auf die USA beschränkt, Branchenbeobachter rechnen aber damit, dass schon bald große europäische Krankenhäuser folgen werden. Um den Austausch mit medizinischen Daten zu ermöglichen, setzt Apple auf den neuen internationalen HL7-Standard FHIR (Fast Health Interoperable Resources). FHIR (derzeit noch im Entwicklungs­stadium) wird aktuell weltweit von vielen Kliniken, Medizintechnikunternehmen und Institutionen vorangetrieben.

Der neue Standard soll zwischen modernen Krankenhausinformationssystemen und intersektoral einen einfacheren Datenaustausch ermöglichen und wurde speziell zur Kommunikation und Repräsentation von Daten für mobile Anwendungen konzipiert. Immerhin verspricht das Unternehmen einen angeblich sicheren Umgang mit den Daten. Die Kommunikation mit den medizinischen Daten verläuft danach angeblich direkt zwischen Kliniken, Ärzten und Patient, ohne dass Apple konkreten Einblick in das Material erhalten soll. Die Daten können verschlüsselt in Apples Webspeicherlösung iCloud gespeichert werden.

Datenschutz soll gewahrt bleiben

Abzuwarten bleibt, ob oder in welcher Form Apple von der Datenflut profitieren wird. Das Unternehmen verneint das, doch Skepsis bleibt angesichts der datenbasierten Geschäftsmodelle vieler amerikanischer Tech-Riesen angebracht. Über weitergehende Details schweigt sich der Konzern derzeit im Vorfeld der noch ausstehenden offiziellen Einführung aus. Apples Schritt hin zur elektronischen Gesundheitsakte auf dem iPhone kommt ohnehin nicht überraschend, denn der Konzern baut sein Engagement im Gesundheitsbereich kontinuierlich aus.

Erst im Februar hatte Firmenchef Tim Cook bei der Vorstellung der jüngsten Geschäftszahlen betont, dass Apple im Gesundheitsmarkt einen „signifikanten Beitrag“ leisten könne. Was das meint, lässt sich inzwischen am konsequenten Aufbau einer eigenen IT-Infrastruktur im Bereich Gesundheit durch den Konzern beobachten. Mit HealthKit schuf Apple 2014 für das iPhone eine Schnittstelle, die es Entwicklern ermöglichte, Gesundheits- und Fitness-Apps zu entwickeln. War dieser Schritt noch eher im Lifestyle-Bereich verortet und für den Smartphone-Endnutzer gedacht, folgte bereits 2015 mit dem ResearchKit eine Open-Source-Softwareumgebung für die medizinische Forschung.

Google scheiterte mit eigenem Projekt

2016 übernahm der Konzern zudem das Start-up-Unternehmen ­„Gliimpse“, das an einer Austauschplattform für elektronische Gesundheitsdaten arbeitete. Seit vergangenem Jahr heuerte der Konzern laut US-Berichten nun auch massiv FHIR-Experten an. „Nach ‚HealthKit‘ für die App Entwicklung besetzt Apple jetzt das Feld der elektronischen Akten“, urteilt der Stralsunder Medizininformatiker Prof. Martin Staemmler. „Mit ‚Health Records‘auf Basis von FHIR könnte der Konzern durchaus den Wettbewerb unter den vielen deutschen Projekten für eine elektronische Gesundheitsakte anheizen“, sagt der Experte.

Das sieht auch Bernhard Calmer so. „Im positiven Fall beflügelt es auch die deutschen Projekte bei der elektronischen Patientenakte und erhöht so die Vielfalt“, sagt der Cerner-Manager. Die Befürchtung, dass Apple dank seiner großen Marktmacht mit der elektronischen Gesundheitsakte möglicherweise Fakten zu Lasten anderer Projekte schaffen könnte, sieht Calmer nicht. Schließlich sei derzeit nicht klar, ob der kalifornische Konzern mit dem Projekt tatsächlich Erfolg haben werde.

Calmer spielt damit auf die bislang eher gemischten Erfahrungen von Google und Microsoft an. Google hat mit „Google Health“, einer Plattform für elektronische Gesundheitsakten, ein Debakel erlebt. Nach heftiger Kritik von Datenschützern blieben auch die Nutzer fern, weshalb Google das Projekt Anfang 2012 wieder einstampfte. Microsofts „HealthVault“, eine 2007 gestartete webbasierte persönliche Gesundheitsakte, gibt es zwar noch. Doch so richtig reüssieren könnte das Projekt nie und blieb mehr oder minder auf die USA beschränkt.

Apple baut zwei Kliniken

Die Probleme der Konkurrenz beeindrucken den Tech-Konzern offenbar nicht. Längst wird in Cupertino auch konkret über den Betrieb von Kliniken für die eigenen Mitarbeiter nachgedacht. Über die Webseite acwellness.com werden derzeit medizinische Fachkräfte gesucht, noch im Frühjahr 2018 soll es losgehen. Laut einem Bericht des US-Senders CNBC will Apple zunächst zwei Kliniken bauen, weitere könnten folgen. Noch zielt dieses Vorhaben vor allem auf die medizinische Absicherung der eigenen Mitarbeiter ab. Aber vielleicht entwickelt der Technikriese ja schon bald Gefallen an dem Betrieb von Kliniken.

Quelle: Guntram Doelfs

Klinik-Führungskräfte über ihre wichtigsten Projekte im Jahr 2018

Wir haben Führungskräfte verschiedener Kliniken gefragt, welche IT-Innovationen sie im Jahr 2018 in ihrer Klinik einführen werden. 

Dirk Tenzer, Vorstand, Klinikum Oldenburg AöR  

„Der weitere Ausbau einer vollintegrierten IT-Lösung, die die Prozesse von Medizin und Pflege begleitet, steht 2018 im Mittelpunkt. Die schnelle und verlässliche Verfügbarkeit von Informationen ist dabei sehr wichtig. So kann auch garantiert werden, dass bei Strom- oder Netzwerkausfall auf alle Daten, die bis dahin gespeichert wurden, unbeschränkt zugegriffen werden kann. Auch die Gesundheitsversorgung mittels Telemedizin, die bereits offshore bei uns etabliert ist, wird weiter ausgebaut. 2018 werden wir unter anderem gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung und der Johanniter-Unfallhilfe unsere telemedizinische Erfahrung nutzen, um die ambulante Notfallversorgung in strukturschwachen Regionen sicherzustellen.“

Stephan Holzinger, Vorstandsvorsitzender der Rhön-Klinikum AG

„2018 planen wir die Einführung eines Medical Cockpit. Mit diesem Tool können Ärzte und Pflegekräfte schneller auf wichtige Informationen in der Vielzahl von Arztbriefen, Befunden, OP-Berichten etc. zugreifen. Die technologische Basis bildet eine semantische Suchmaschine, welche Verfahren des Machine Learning und Natural Language Processing nutzt. Das Medical Cockpit stellt somit eine intelligente Erweiterung zum Krankenhausinformationssystem unserer Kliniken und zur arztgeführten elektronischen Patientenakte dar. Wir setzen zudem verstärkt Telemedizin, digitale Patientenservices und IT-Lösungen zur Kodierunterstützung ein. Weiterhin kooperieren wir sehr aktiv mit innovativen Partnern aus der Forschung und verschiedenen Start-ups.“

Heiko Hauptmann, Leiter der Abteilung Informations­technologie im BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin

„Angesichts zunehmender sektorenübergreifender Kooperationen gewinnt das Thema Interoperabilität immer mehr an Bedeutung. Das BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin setzt beim Datenaustausch deshalb auf den IHE-Standard und baut eine IHE-Plattform auf. Enormes Potenzial hat sicherlich der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Klinikalltag. Wir loten derzeit die Möglichkeiten im Bereich Radiologie aus. Mit ein paar Anwendungsbeispielen; wie etwa der Auswertung von CT-Bildern durch KI zum Erkennen und Markieren von Frakturen wollen wir erste Erfahrungen sammeln und dann interprofessionell herausarbeiten, welcher Mehrwert für Arzt und Patient entsteht und wie die Behandlungsqualität durch KI-Anwendungen verbessert werden kann.“

Quelle: kma  

Über 100 Investoren an Paracelsus-Übernahme interessiert

Die insolvente Klinikkette Paracelsus wird von hochkarätigen Investoren umkreist. Wie der Spiegel berichtet, sollen sogar Klinikkonzerne wie Asklepios und Helios zu den Interessenten gehören.

Insgesamt seien über 100 Investoren an einer Übernahme interessiert, schreibt der Spiegel weiter. Es lägen bereits mehrere unverbindliche Gebote vor. Auch eine Sprecherin der Paracelsus-Kliniken habe bestätigt, dass es zahlreiche Interessenten gebe und die Angebotslage gut sei. Neben Konzernen wie Asklepios und Helios würden sich auch Finanzinvestoren wie Carlyle und Cinven das Angebot genau anschauen, so der Spiegel.

Entscheidung fällt innerhalb der nächsten Wochen

Bereits in den nächsten Wochen wird eine Entscheidung über die Zukunft der Paracelsus-Kliniken erwartet. Die Sanierer rechnen im späten Frühjahr mit ersten verbindlichen Angeboten. Zwar betonte der Konzern, dass ein Verkauf der Klinik-Gruppe als Ganzes bevorzugt werde, es werde aber auch ein Verkauf einzelner Teile nicht ausgeschlossen.

Das Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung ist zum 1. März vom Amtsgericht Osnabrück eröffnet worden. Deutschlandweit sollen knapp 400 Stellen abgebaut werden, die Hälfte davon entfällt auf die Klinik in Karlsruhe, die bereits Ende Februar geschlossen wurde.

 Quelle: kma