Teil 1: Die Anfänge 1996–2002 – von der ARGE zum Bundesverband KH-IT
Kann jedes Krankenhaus alle Probleme alleine lösen? Warum muss jeder alle Erfahrungen selbst machen? Diese eher rhetorisch gemeinten Fragen standen im Dezember 1996 am Anfang der Geschichte des KH-IT. Damals wurde die „Arbeitsgemeinschaft der Krankenhaus-DV-Leiterinnen/-Leiter“ gegründet. Aus der ARGE entwickelte sich der heutige Bundesverband KH-IT.
Zum 30-jährigen Jubiläum blicken wir in mehreren Teilen zurück aufprägende Momente, Menschen und Entwicklungen aus drei Jahrzehnten KH-IT. Die Serie begleitet die Entstehung unseres DigitalSpecials „30 Jahre Bundesverband KH-IT“, das Ende Oktober 2026 erscheint.
Foto: In Auerbachs Keller in Leipzig wurde die Verbandsgründung gebührend gefeiert: von links nach rechts: Günter Gartner, Gerhard Härdter, Jörg Müller, Andreas Barchfeld, Horst-Dieter Beha, Heiko Ries, Bernd Behrend.
Die ARGE (als Kürzel wurde KH-IT verwandt) war der erste freie Zusammenschluss der Leiterinnen und Leiter von IT-Abteilungen deutscher Krankenhäuser. Der KH-IT wollte den Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedern fördern und erarbeitete Empfehlungen auf dem Gebiet der Informationsverarbeitung im Krankenhaus. So wurden regelmäßig Fachbesichtigungen, Vorträge, Seminare, Studienfahrten und Workshops durchgeführt. Mehrmals im Jahr trafen sich die Mitglieder in jeweils unterschiedlichen Standorten in ganz Deutschland zum Meeting. Hier wurden dann Workshops mit Vorträgen von Kollegen und Vertretern der Industrie abgehalten.
Die Gründungsidee ging im Wesentlichen von Prof. Dr. Peter Haas, FH Dortmund, Dr. Christian Bieler, LBK Hamburg und Gunther Nolte, Städtische Kliniken Kassel aus.
Der erste Vorstand wurde 1996 in Kassel gewählt.
Im Jahr 2002 traf man sich beispielsweise am Bodensee im Klinikum Konstanz. Der gastgebende IT-Leiter Horst-Dieter Beha gewährte dort Einblicke in die SAP-Strategie des Klinikums Konstanz.
Die 25 Top-Themen des KH-IT im Jahr 2002
Die ARGE KH-IT befragte regelmäßig ihre Mitglieder nach den Themen, die den IT-Verantwortlichen unter den Nägeln brannten. Die nachfolgend aufgeführten Themen sind das Ergebnis einer Umfrage aus dem Jahr 2002 anlässlich der Veranstaltung im Mai in Koblenz.
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â– Platz 1: Elektronische Patientenakte
â– Platz 2: Digitale Archivierung
â– Platz 3: Organisation von IT-Services im KH
â– Platz 4: Personalausstattung der EDV-Abteilungen
â– Platz 5: PACS, DICOM, IHE
â– Platz 6: Einsatz von Spracherkennung
â– Platz 7: DRG-EinfĂĽhrung/Benchmarking
â– Platz 8: Kommunikations-Server
â– Platz 9: Dienstplan
â– Platz 10: Security, Firewall, Fernwartung
â– Platz 11: Pflege-Dokumentations-Systeme
â– Platz 12: Mobile-Computing im KH
â– Platz 13: Digitale Diktat-Organisations-DV
â– Platz 14: Kommunikations-Standards (HL7, XML, MEDREC)
â– Platz 15: Projekt-Management
â– Platz 16: Outsourcing von EDV-Leistungen
â– Platz 17: Datenschutz
â– Platz 18: Storage-Area Networks
â– Platz 19: Erfahrungs-Berichte ĂĽber die KIS-EinfĂĽhrung
â– Platz 20: Doku-Systeme fĂĽr Funktionsdiagnostik (Sono, EEG, EKG)
â– Platz 21: Clinical Pathways
â– Platz 22: Netzwerk-Technologie
â– Platz 23 Management-Informations-Systeme
â– Platz 24: Unified Messaging
â– Platz 25: Radiologie-Informationssysteme
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Teil 2: Im Jahr 2003 wird die ARGE zum Bundesverband KH-IT
Im März 2003 war es dann soweit: Auf einer konstituierenden Sitzung in Leipzig wurde aus der Arbeitsgemeinschaft KH-IT der Bundesverband der KH-IT Leiterinnen/Leiter e.V.
Im Rahmen einer Tagung mit dem Thema „Von der Elektronischen Patientenakte zur effizienten DRG Abrechnung“ am Klinikum Sankt Georg in Leipzig wurde dies von der Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen. Die Arbeitsgemeinschaft bestand mittlerweile bereits 6 Jahre und besaĂź 183 Mitglieder.
In der konstituierenden Sitzung wurde beschlossen, die Mitglieder förmlich anzuschreiben und um Mitgliedschaft in dem neu gegründeten Verband zu bitten. Diesem Schritt folgten allerdings nicht alle Mitglieder. Der Verband hatte die Rechtsform eines eingetragenen Vereines.
Neben den Hauptmitgliedern, den IT-Leitern deutscher Krankenhäuser, wurden auch sogenannte assoziierte Mitglieder aus der Industrie, die die Fördermitgliedschaft übernehmen konnten, aufgenommen. Langsam ging es mit der Mitgliederzahl des Bundesverbandes bergauf. Anfang 2004 meldete das Krankenhaus-IT Journal, dass der KH-IT sein 100. Mitglied begrüßen konnte.
Interview aus dem Jahr 2003
Der stellvertrende Vorsitzende Bernd Behrendt, erklärte in einem Interview mit dem Krankenhaus-IT Journal im Jahr 2003 die Ziele des neu gegründeten Vereins: „In den zurückliegenden Jahren haben wir uns auf die praktisch-inhaltliche Arbeit konzentriert und mit möglichst wenig Bürokratie einen intensiven Erfahrungsaustausch zustande gebracht. Die Grenzen der Arbeitsgemeinschaft haben wir bei Verhandlungen mit offiziellen Institutionen erfahren, da immer wieder die Frage gestellt wurde, wer wir eigentlich sind. Die logische Konsequenz war die formale Gründung eines Bundesverbandes, da die Krankenhäuser im Interessenausgleich mit anderen Spitzenverbänden und letztendlich auch mit dem Gesetzgeber eine entsprechende Interessenvertretung benötigen.
Nach der VerbandsgrĂĽndung baute der KH-IT die Kooperation mit anderen Institutionen im Gesundheitswesen weiter aus. Neben der Veranstaltung von Fortbildungen, gemeinsam mit dem DKI, soll die Organisation der BVMI- und GMDS-Fachtagungen („KIS-Tagung“ und „Telemed“) unterstĂĽtzt werden. Zur Vertiefung inhaltlicher Arbeiten werden mit den Verbandsmitgliedern Workshops zu den Themen „InterNet/Informationsaustausch, Personalausstattung und
Vertragsgestaltung“ durchgefĂĽhrt. Der Bundesverband KH-IT wird fĂĽr den Gesetzgeber sowie fĂĽr andere Spitzenverbände als kompetenter Ansprechpartner bereitstehen, der bei der Planung neuer Erfordernisse fĂĽr die Praxis der IT im Gesundheitswesen einsteht.“
Quelle: Kim Wehrs
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