Über die Hälfte der Deutschen versteht ärztliche Informationen nur eingeschränkt. Die niederländische Patienten-App Ditto will das ändern und hat dafür eine Seed-Finanzierung über 7,6 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Runde von Heal Capital, einem führenden Europäischen Healthtech-Fonds. Heal Capital wird von zahlreichen Unternehmen der Gesundheitswirtschaft getragen, unter anderem von Privaten Krankenversicherern. Weitere Investoren sind der niederländische Impact-Investor Rubio Impact Ventures und Optiverder.
Ditto macht ärztliche Kommunikation verständlich: Die kostenlose App hilft Patienten dabei, Arztgespräche und medizinische Dokumente per KI in einfache Sprache zu übersetzen – bei Bedarf auch in der Muttersprache der Patienten. Seit dem Start im Sommer 2025 verzeichnet Ditto rund 100.000 Downloads.
KI für Ärzte boomt – jetzt sind die Patienten dran
Das Problem mangelnder Gesundheitskompetenz ist europaweit akut: Studien zeigen, dass Patienten bis zu 80 Prozent der ärztlichen Informationen unmittelbar nach dem Termin vergessen. In Deutschland digitalisiert die elektronische Patientenakte (ePA) zwar Daten, löst aber bisher das Verständnisproblem nicht.
Dr. Lucas Mittelmeier, Investor bei Heal Capital, kommentiert: „Hunderte Startups entwickeln bereits KI, die Ärzte bei Dokumentation und Entscheidungsfindung unterstützt. Ditto baut das Äquivalent für Patienten. Wir glauben, dass Ditto zur Plattform wird, mit der Patienten über ganz Europa ihr Gesundheitssystem navigieren.“
Eine europäische Plattform für Patienten und Angehörige
Ditto verbindet Patienten mit dem gesamten Versorgungssystem. In den Niederlanden empfehlen bereits zahlreiche Ärzte die App; die Krankenversicherung Menzis ist als Partner an Bord. Medizinisch kritische Inhalte werden durch Ärzte im Hintergrund qualitätsgesichert.
Alle Daten verbleiben DSGVO-konform bei den Patienten, ohne zentrale Speicherung. Anders als generative KI-Angebote aus den USA setzt Ditto auf eine europäische Infrastruktur und die Zusammenarbeit mit dem bestehenden Gesundheitssystem.
Tobias Polak, Mitgründer von Ditto, ergänzt: „Wir drehen das Denken im Gesundheitswesen um: Nicht die Institution steht im Mittelpunkt, sondern der Patient. Gesundheitsversorgung sollte so intuitiv sein wie Google Maps, damit Menschen besser verstehen, welche Schritte als Nächstes wichtig sind und informierte Entscheidungen für sich und ihre Angehörigen treffen.”
Willemijn Verloop, Mitgründerin von Rubio Impact Ventures: „Ditto trifft einen Nerv, den Millionen Menschen kennen: Man verlässt die Praxis und ist sich unsicher, was der Arzt eigentlich gesagt hat. Ich begleite selbst regelmäßig eine Freundin ins Krankenhaus und nutze Ditto dabei jedes Mal. Es ist eine enorme Erleichterung, das Gespräch gemeinsam nachlesen zu können.”
Das frische Kapital fließt in die europäische Expansion – der DACH-Raum soll noch 2026 folgen – sowie in neue KI-Funktionen, die Patienten durch komplexe Versorgungspfade navigieren.
Quelle: Ditto