Investitionsoffensive -Eine Milliarde Euro für Kliniken in MV

Im Rahmen der Koalitionsverhandlungen in Mecklenburg-Vorpommern stellen SPD, Linke und Bündnis 90/Die Grünen die Weichen für die Krankenhauslandschaft: Bis zum Jahr 2035 sollen rund eine Milliarde Euro an Landes- und Bundesmitteln in die Kliniken des Landes fließen. Die Umsetzung der bundesweiten Krankenhausreform stellt Flächenländer vor besondere Herausforderungen. Bei der Vorstellung der sozialpolitischen Einigung kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) an, dass Mecklenburg-Vorpommern den anstehenden Transformationsprozess in den kommenden zehn Jahren mit einer Milliarde Euro aus Landes- und Bundesmitteln flankieren wird. Dabei zog Schwesig eine klare Trennlinie bei den Finanzierungszuständigkeiten: Das Land übernimmt die investive Absicherung, während die laufenden Betriebskosten zwingend durch die Krankenkassen gedeckt werden müssen. Standortgarantie und gestufte Versorgungsstrukturen Ein zentrales Signal der künftigen Koalition an die kommunalen und privaten Krankenhausträger: Es soll keine Schließungen von Krankenhausstandorten geben. Um die klinische Grundversorgung in der Fläche flächendeckend zu sichern, setzt das Land auf eine klare funktionale Arbeitsteilung: • Regionale Grundversorgung: Erhalt der wohnortnahen klinischen Basis- und Notfallversorgung im ländlichen Raum. • Zentralisierte Maximalversorgung: Bündelung komplexer medizinischer Eingriffe an den Schwerpunkt- und Maximalversorgern in Schwerin und Neubrandenburg sowie an den beiden Universitätskliniken in Rostock und Greifswald. • Klimaresilienz: Gezielte Förderprogramme für bauliche Anpassungen, etwa für modernen Hitzeschutz im Stationsbetrieb, wie Grünen-Fraktionschefin Claudia Müller betonte. „Was wir unterstützen, ist, dass die Krankenhäuser zukunftsfest gemacht werden durch Investitionen, durch Veränderungen, die sie erleben, auch durch die Krankenhausreform.“ Fachkräftesicherung: Höhere PJ-Vergütung gegen die Abwanderung Um dem sich verschärfenden Ärztemangel wirksam zu begegnen, plant die Koalition konkrete Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung. Bislang erhalten Medizinstudentinnen und Medizinstudenten im Praktischen Jahr (PJ) kurz vor ihrer Approbation in Mecklenburg-Vorpommern lediglich rund 400 Euro monatlich zuzüglich eines Essensgeldes. Laut Linken-Fraktionschef Hennis Herbst führt diese geringe Aufwandsentschädigung dazu, dass viele angehende Ärztinnen und Ärzte das Land nach dem Studienabschluss verlassen. Die Bezüge im PJ sollen daher zeitnah auf ein bundesweit konkurrenzfähiges Niveau angehoben werden, um den akademischen Nachwuchs frühzeitig an die Kliniken des Landes zu binden. Flankierend dazu soll die bewährte Landarztquote weitergeführt werden. Effizienzgewinne durch Bürokratieabbau Den steigenden finanziellen Belastungen im Landeshaushalt will die künftige Regierung durch strukturelle Einsparungen in der Verwaltung begegnen. Durch beschleunigte Digitalisierungsprozesse und vereinfachte Antragsverfahren sollen bürokratische Hürden abgebaut und administrative Ressourcen in den Behörden freigesetzt werden. Quelle: dpa/HCM