Auswirkungen – Cyberangriff wirft Uniklinikum Frankfurt zurĂŒck in die 80er

Der Cyberangriff auf das UniversitĂ€tsklinikum Frankfurt ist noch nicht ĂŒberstanden. Erreichbar ist weiterhin nur die Übergangswebseite. Das Rechnungswesen hat notgedrungen Fax und Papier wieder fĂŒr sich entdeckt.

Das UniversitĂ€tsklinikum Frankfurt muss nach dem Hackerangriff Anfang Oktober seine IT komplett neu aufstellen. Eine dreistellige Zahl an Fachleuten ist nach Angaben des Ärztlichen Direktors, Prof. JĂŒrgen Graf, damit beschĂ€ftigt, die Cyberattacke aufzuarbeiten, Übergangslösungen zu bauen und die Systeme neu aufzusetzen. Bis alles wieder ohne EinschrĂ€nkungen lĂ€uft, „wird es Monate dauern“, sagte Graf der Deutschen Presse-Agentur.

In Hessens grĂ¶ĂŸtem Krankenhaus wurde am 6. Oktober 2023 ein unberechtigter Zugriffsversuch entdeckt. Einen Tag spĂ€ter wurde das Klinikum aus SicherheitsgrĂŒnden vom Internet getrennt. „Was uns passiert ist, ist der grĂ¶ĂŸte anzunehmende UnglĂŒcksfall mit dem kleinsten zu erwartenden Schaden.“ Es seien keine Daten verschlĂŒsselt oder ausgeleitet worden, es liege keine Forderung vor, die Patientenversorgung laufe – „aber die

Prof. JĂŒrgen Graf: Die Auswirkungen sind betrĂ€chtlich“

Das grĂ¶ĂŸte Problem ist Graf zufolge derzeit das Rechnungswesen. Zwar sei es gelungen, die GehĂ€lter fĂŒr die rund 7500 Mitarbeiter auszuzahlen. Es werde aber wohl noch lĂ€nger dauern, bis es wieder möglich sei, erbrachte Leistungen in gewohnter Form in Rechnung zu stellen oder eingegangene Rechnungen elektronisch zu begleichen. Derzeit wĂŒrden Rechnungen zum Teil gefaxt und Verbindlichkeiten per Papier-ÜberweisungstrĂ€ger beglichen. Auch das Telefon erlebe eine Renaissance. „Es ist wie in den 80er Jahren.“ 

Es ist wie in den 80er Jahren. 

Um eine solche Situation in anderen KrankenhĂ€usern zu vermeiden, könnte Graf zufolge die elektronische Patientenakte (ePA) helfen. Wenn die Daten aller Patienten an einem zentralen Ort gespeichert wĂŒrden, mĂŒsste dieser Server zwar stark gesichert werden. „Aber die Zahl potenzieller Angriffsziele wĂŒrde damit reduziert“, erlĂ€uterte er.

Quelle: dpa/gnj