Cyberangriffe – Digitalisierungsdruck in Kliniken – wie sie sich wappnen

Veraltete IT-Systeme treffen auf immer hÀufigere digitale Angriffe. Doch das Sicherheitsbewusstsein in den Kliniken steigt. Was sie planen, um resilienter zu werden, und welche Bedeutung europÀische Standards haben.

Trotz steigender Cyberbedrohungen geht das deutsche Gesundheitswesen die digitale Transformation mit wachsendem Sicherheitsbewusstsein an. KrankenhÀuser und andere Gesundheitseinrichtungen investieren zunehmend in moderne Schutztechnologien, etablieren NotfallplÀne und bauen ihre Cyberresilienz aus. Das geht aus einer aktuellen Studie des IT-Sicherheitsherstellers Eset und dem Marktforschungsinstitut Techconsult unter 165 Gesundheitseinrichtungen, darunter 58 KrankenhÀuser, in Deutschland. Befragt wurden insgesamt 165 Entscheider und IT-Entscheider in Healtcare-Unternehmen und -Organisationen mit mindestens 50 Mitarbeitern.

Die große Mehrheit der befragten Einrichtungen sieht sich heute bereits gut auf IT-SicherheitsvorfĂ€lle vorbereitet. Rund vier von fĂŒnf KrankenhĂ€usern verfĂŒgen ĂŒber einen Notfallplan fĂŒr schwere Cyberangriffe wie Ransomware-Attacken. Wie aus der Studie hervorgeht, testn viele Organisationen diese Prozesse regelmĂ€ĂŸig, um im Falle einer Krisensituation handlungsfĂ€hig zu bleiben.

„Die Ergebnisse zeigen, dass Cybersecurity im Gesundheitswesen lĂ€ngst auf der strategischen Agenda angekommen ist. Viele Einrichtungen investieren gezielt in ihre WiderstandsfĂ€higkeit und erkennen, dass moderne IT-Sicherheit ein wesentlicher Bestandteil einer zuverlĂ€ssigen Patientenversorgung ist“, sagt Christian Lueg, IT-Sicherheitsexperte bei Eset.

Investitionsbereitschaft hoch wie nie zuvor

Mehr als 85 Prozent der befragten KrankenhĂ€user wollen in den kommenden zwölf Monaten moderne Lösungen zur Angriffserkennung und -abwehr einfĂŒhren oder ausbauen.

Besonders deutlich wird der Wandel bei den geplanten Investitionen. Mehr als 85 Prozent der befragten KrankenhĂ€user wollen in den kommenden zwölf Monaten moderne Lösungen zur Angriffserkennung und -abwehr einfĂŒhren oder ausbauen. Dazu zĂ€hlen insbesondere Managed Detection and Response (MDR) sowie Endpoint Detection and Response (EDR), die SicherheitsvorfĂ€lle frĂŒhzeitig erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten können.

Wie aus der Studie hervorgeht, begnĂŒgen sich die Kliniken nicht mehr mit klassischen Schutzmaßnahmen. Stattdessen wĂ€chst das Interesse an Technologien, die Bedrohungen aktiv erkennen und die ReaktionsfĂ€higkeit verbessern.

Zudem kommt die digitale SouverĂ€nitĂ€t immer mehr Gewicht in der Gesundheitsbranche. Bereits heute nutzt die HĂ€lfte der befragten Einrichtungen IT-Sicherheitslösungen europĂ€ischer Anbieter. Mehr als 80 Prozent können sich laut Studienergebnissen vorstellen, kĂŒnftig auf einen Anbieter aus der EuropĂ€ischen Union zu wechseln.

Datenschutz, Compliance und Vertrauen gewinnen damit bei Investitionsentscheidungen weiter an Bedeutung. Die Ergebnisse unterstreichen den Wunsch vieler Einrichtungen, kritische IT-Infrastrukturen auf Basis europÀischer Standards abzusichern.

Auch bei den Basismaßnahmen zeigt sich laut den Studienergebnissen ein positives Bild. Die Mehrheit der KrankenhĂ€user setzt bereits auf etablierte Schutzmechanismen wie Firewalls, E-Mail-Sicherheitslösungen und Multi-Faktor-Authentifizierung. Gleichzeitig planen viele Einrichtungen zusĂ€tzliche Investitionen in Schulungen, Awareness-Programme und die Modernisierung ihrer Netzwerkarchitektur.

Der Cyberbedrohung begegnen deutsche KrankenhĂ€user nicht mit Resignation, sondern mit Investitionen, neuen Technologien und einer stĂ€rkeren strategischen Verankerung von IT-Sicherheit. Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung werden diese Maßnahmen zu einem wichtigen Baustein fĂŒr die StabilitĂ€t und ZukunftsfĂ€higkeit der Gesundheitsversorgung in Deutschland, summiert die Studie.

Cyberangriffe, alte IT-Systeme und Co.

Trotz der erkennbaren Fortschritte stehen viele Gesundheitseinrichtungen weiterhin vor erheblichen Herausforderungen. Mehr als die HĂ€lfte der KrankenhĂ€user war innerhalb der vergangenen zwölf Monate von einem Cyberangriff betroffen, und jede fĂŒnfte Einrichtung meldete daraus resultierende Betriebsunterbrechungen.  Gleichzeitig bremsen veraltete IT-Systeme und der anhaltende FachkrĂ€ftemangel vielerorts den Ausbau der Cyberresilienz. Auch wenn der eingeschlagene Weg stimmt, bleibt die Modernisierung der digitalen Sicherheitsstrukturen eine Daueraufgabe.

Quelle: Eset/enc

 

  
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