Fachkräftemangel – Wie Springer-Pools die stationäre Pflege stabilisieren

Das Sana Klinikum Coburg steuert mit einem eigenen Springer-Pool dem Fachkräftemangel gegen. Durch ein Modell, das den Mitarbeitenden echte Zeitsouveränität einräumt, will die Klinik die Patientenversorgung stabilisieren.

Mit dem neuen Springer-Pool schafft das Sana Klinikum Coburg ein modernes Einsatzmodell für examinierte Pflegefachkräfte.

Flexibilität als Antwort auf den Strukturwandel

In der modernen Krankenhauslandschaft gehört die Kompensation von kurzfristigen Personalausfällen zu den größten täglichen Herausforderungen. Wenn Krankheitswellen oder Belastungsspitzen die dünne Personaldecke strapazieren, geht dies meist zu Lasten des Stammpersonals, das zusätzliche Schichten übernehmen muss. Der nun im Sana Klinikum Coburg gestartete Springer-Pool setzt genau an dieser Stelle an, indem er eine Gruppe von Fachkräften bereithält, die nicht fest einer Station zugeordnet sind.

Das Besondere an diesem Modell ist die Umkehr der Planungshoheit. Die Pool-Mitarbeiter gestalten ihre Dienst- und Urlaubszeiten aktiv mit und bieten ihre Verfügbarkeiten nach eigenem Ermessen an. Diese Form der Arbeitsgestaltung orientiert sich eng an der Lebensrealität der Beschäftigten und bietet eine attraktive Alternative zur starren Schichtfolge. Die Klinik gewinnt dadurch eine mobile Reserve, die bedarfsorientiert dort einspringt, wo der Druck aktuell am größten ist.

Strategische Entlastung für das Stammpersonal

Der Nutzen eines solchen Modells reicht weit über die reine Besetzung offener Stellen hinaus. Für die festen Teams auf den Stationen bedeutet der Einsatz der Springer eine spürbare psychische und physische Entlastung. Das Wissen, dass im Notfall professionelle Unterstützung bereitsteht, ohne dass Kollegen aus dem Frei gerufen werden müssen, hebt die allgemeine Stimmung und schützt vor Burnout.

„Der Springer-Pool gibt unseren Mitarbeitern echte Zeitsouveränität – ohne Abstriche bei Qualität und Verlässlichkeit. Wir verbinden die individuellen Bedürfnisse unserer Mitarbeiter mit den täglichen Anforderungen des Klinikalltags zum Gewinn für alle.“

Qualitätssicherung durch Einarbeitung

Ein häufiger Kritikpunkt an Springer-Konzepten ist die Sorge vor mangelnder fachlicher Einarbeitung in spezialisierten Fachbereichen. Das Sana Klinikum Coburg begegnet diesem Vorbehalt mit einem intensiven und strukturierten Onboarding-Prozess. Alle Pool-Mitarbeiter durchlaufen eine gezielte Vorbereitung, die sie befähigt, in den unterschiedlichen medizinischen Disziplinen des Hauses sicher und kompetent zu agieren.

 

Dieser Fokus auf die fachliche Qualifikation sichert den hohen Standard der Pflege und sorgt dafür, dass die Springer von den Stationsteams als vollwertige und hilfreiche Ergänzung wahrgenommen werden. Die Klinikleitung unterstreicht dabei, dass die besondere Flexibilität und Kompetenz der Pool-Kräfte auch finanziell durch eine angemessene Vergütung wertgeschätzt wird, was die Motivation innerhalb des neuen Einsatzmodells zusätzlich stärkt.

Ausblick: Springer-Modelle als Branchenstandard

Nach den ersten erfolgreichen Wochen plant das Klinikum in Coburg bereits den weiteren Ausbau des Pools. In einem Markt, in dem Fachkräfte die Wahl haben, wird die Fähigkeit einer Klinik, flexible Lebensentwürfe mit professioneller Versorgung zu vereinbaren, zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Letztlich zeigt das Coburger Modell, dass Stabilität im Krankenhaus nicht durch starres Festhalten an Traditionen, sondern durch mutige Anpassung der Strukturen erreicht wird. Wer in die Zufriedenheit und Autonomie seiner Pflegekräfte investiert, investiert unmittelbar in die Zukunftssicherheit des gesamten Hauses.

Quelle: Sana Kliniken/HCM