Fresenius – Hohe Verschuldung bremst strategische FlexibilitĂ€t

Die angespannte Finanzlage stellt Fresenius vor große Herausforderungen. Die hohe Verschuldung bringt dem Medizinkonzern weniger FlexibilitĂ€t fĂŒr VerĂ€nderungen als gewĂŒnscht.

Der Krankenhaus- und Medizinkonzern Fresenius steht mitten in seinem strategischen ÜberprĂŒfungsprozess vor dem Problem einer hohen Verschuldung. Die Verschuldung liege ĂŒber dem Zielkorridor, sagte Finanzchefin Sara Hennicken in einem Interview der „Börsen-Zeitung“. „Insofern ist der finanzielle Spielraum nicht so groß, wie wir ihn uns fĂŒr volle strategische FlexibilitĂ€t wĂŒnschen wĂŒrden“, ergĂ€nzte die Anfang September 2022 an die Spitze des Finanzressorts getretene Managerin.

Fresenius steckt nach mehreren Gewinnwarnungen und Problemen insbesondere bei seiner Dialysetochter Fresenius Medical Care in Turbulenzen. Der seit Herbst amtierende Firmenlenker Michael Sen will deshalb hart durchgreifen und hat das komplette Portfolio auf den PrĂŒfstand gestellt.

Die Verschuldung stellt in dieser Situation auch das Finanzressort vor Herausforderungen: „Wir mĂŒssen entscheiden, wo wir unser Kapital einsetzen, um profitable strategische Wachstumsfelder zu stĂ€rken und zu erschließen“, sagte Hennicken. Wenig hilfreich sind dabei die stark steigenden Zinsen am Markt. „Wir rechnen mit einer deutlich steigenden Zinsbelastung im laufenden GeschĂ€ftsjahr.“ Die Finanzchefin kalkuliert dabei mit einem zusĂ€tzlichen Aufwand in Höhe eines niedrigen dreistelligen Millionenbetrages.

Dabei stehen demnach 2023 Refinanzierungen ĂŒber FĂ€lligkeiten in Höhe von 650 Millionen Euro fĂŒr FMC und 2024 ĂŒber drei Milliarden Euro dann fĂŒr beide Unternehmen ins Haus. Letztere will FinanzvorstĂ€ndin Hennicken nach eigenen Worten im laufenden Jahr „frĂŒhzeitig angehen“ und dafĂŒr „attraktive Marktfenster“ suchen. Einen Großteil der fĂŒr 2023 anstehenden FĂ€lligkeiten habe Fresenius indes bereits frĂŒhzeitig und zu gĂŒnstigen Konditionen refinanzieren können.

Quelle: dpa