Klinikbetreiber CTP stellte heute seine Zukunftsperspektive für das insolvente Krankenhaus vor. Mehrere Abteilungen werden geschlossen, rund 250 Mitarbeitende müssen gehen.
Das Konzept für das insolvente Krankenhaus Geesthacht sieht vor, das medizinische Angebot zu reduzieren und mit ambulanten und stationären Leistungen ein wirtschaftlich tragfähiges Fachklinikmodell zu etablieren. Langfristig sollen die Bereiche Geriatrie, Innere Medizin mit Akutversorgungsfunktion, Psychiatrie und ambulante Operationen weiterentwickelt werden. Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) des Krankenhauses bleibt bestehen. Wie der Träger betonte, bleibe die Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Gastroenterologie rund um die Uhr geöffnet. Diese Abteilung sei weiterhin „notfallfähig“ und könne auch künftig vom Rettungsdienst angefahren werden.
Diese Abteilungen müssen schließen
Keine Zukunft am Standort sieht man für die Zentrale Notaufnahme, die Intensivstation, die Gynäkologie und Geburtshilfe sowie für die allgemeine und Unfallchirurgie. Die Schließung dieser Abteilungen soll laut Pressemitteilung bis 31. März 2025 erfolgen. Betroffen sind voraussichtlich rund 250 Beschäftigte. Um den Betrieb bis zum Stichtag aufrechtzuerhalten und einen geordneten Übergang zu ermöglichen, hat die Geschäftsführung sogenannte Halteprämien beschlossen, die ab Januar ausgezahlt werden. Außerdem kündigte CTP in einer Pressemitteilung eine anteilige Jahressonderzahlung in Höhe von 500 Euro für alle Mitarbeitenden an.
Die Schließungen und Entlassungen wurden mit der wirtschaftlichen Lage und der notwendigen Ausrichtung an Vorgaben der Krankenhausreform begründet. Die betroffenen Bereiche seien unter diesen Bedingungen langfristig nicht finanzierbar, hieß es. Das medizinische Konzept sei im Vorfeld von unabhängigen Gutachtern bewertet worden mit dem Ergebnis, dass für eine langfristige Tragfähigkeit weitere Einschränkungen des Leistungsangebots erforderlich wären.
Die Stadt Geesthacht ist enttäuscht
„Unser Ziel ist es, Geesthacht so aufzustellen, dass der Betrieb dauerhaft gesichert werden kann“, wurde Geschäftsführer Captain Thomas Pötzsch in der Pressemitteilung zitiert. Wie berichtet, hatte der Gläubigerausschuss sich für das Konzept von CTP entschieden. Auch die Stadt Geesthacht hatte ein Angebot für das Krankenhaus abgegeben. Bürgermeister Olaf Schulze zeigte sich enttäuscht, dass das städtische Konzept nicht den Zuschlag erhalten hatte. „Wir sind weiterhin überzeugt davon: Wir brauchen das medizinische Angebot des Krankenhauses, inklusive der Abteilungen Gynäkologie, Geburtshilfe und Zentrale Notaufnahme, die Herr Pötzsch schließen möchte. Sie sind notwendig für die gesundheitliche Versorgung der Menschen in Geesthacht, dem Kreis Herzogtum Lauenburg sowie der gesamten Region“, so Schulze.
Ende April könnte Insolvenzverfahren aufgehoben werden
Pötzsch hatte das frühere Johanniter Krankenhaus in Geesthacht im Juli 2025 übernommen und im Oktober 2025 Insolvenz angemeldet. Das Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung wurde Ende Oktober eröffnet.
Der Generalhandlungsbevollmächtigte Thomas Mulansky bezeichnete die jetzt getroffene Entscheidung als „wichtigen Meilenstein.“ „Die Situation ist damit nicht vollständig entschärft, aber der Standort hat nun ein Konzept mit greifbaren Perspektiven. Wenn Plan- und Liquiditätsziele eingehalten werden, kann das Verfahren im April aufgehoben werden“, so Mulansky laut Mitteilung.
Quelle: Ärzteblatt Schleswig-Holstein (PM/RED)