Auf der MEDICA 2026 entsteht erstmals ein neu konzipiertes âHospital of the Futureâ, dass Medizintechnik, IT und klinische Prozesse entlang einer durchgĂ€ngigen Patient Journey verbindet. Beteiligt sind unter anderem B. Braun, DrĂ€ger, Getinge, Philips und OR.NET. Im Mittelpunkt stehen InteroperabilitĂ€t und bereits verfĂŒgbare oder praktisch erprobte Lösungen.
Wie lassen sich MedizingerĂ€te, IT-Systeme und klinische AblĂ€ufe ĂŒber Hersteller- und Abteilungsgrenzen hinweg verbinden? Die MEDICA will diese Frage in diesem Jahr nicht nur auf einzelnen MessestĂ€nden behandeln.
Vom 16. bis 19. November entsteht in Halle 12 ein neu konzipiertes Hospital of the Future. Die Sonderschau bildet verschiedene Stationen eines Krankenhausaufenthalts ab â von der Aufnahme und Diagnostik ĂŒber OP und Intensivstation bis zur Normalstation und Nachsorge. Mehrere Hersteller integrieren ihre Systeme dafĂŒr in gemeinsame Versorgungsszenarien.
Vom Rettungswagen bis zur Normalstation
Besonders konkret wird das Konzept bei der herstellerĂŒbergreifenden GerĂ€tevernetzung. OR.NET beteiligt sich gemeinsam mit B. Braun, DrĂ€ger und Philips an vier Stationen. Gezeigt werden ein ĂŒber 5G und SDC vernetzter Rettungswagen, ein interoperabel vernetzter Operationssaal mit zentraler Arbeitsstation, eine sogenannte Silent ICU sowie drahtlos vernetzte Sensorik auf der Normalstation. Technische Grundlage ist unter anderem der Standard IEEE 11073 SDC. Er ermöglicht eine standardisierte Kommunikation zwischen medizinischen GerĂ€ten verschiedener Hersteller und soll damit verhindern, dass einzelne Systeme nur innerhalb proprietĂ€rer Infrastrukturen zusammenarbeiten können.
âWir demonstrieren, wie offene, herstellerĂŒbergreifende Vernetzung klinische Prozesse verbessertâ, beschreibt OR.NET-Vorstand Marcus Köny den Ansatz.
Getinge AB zeigt daneben, wie Informationen aus unterschiedlichen Krankenhausbereichen in einer zentralen Steuerung zusammengefĂŒhrt werden können. Ein Hospital Command Center soll beispielsweise Daten zu OperationssĂ€len, Personal, BettenkapazitĂ€ten und weiteren Ressourcen bĂŒndeln. Ziel ist, EngpĂ€sse frĂŒher zu erkennen und klinische sowie operative AblĂ€ufe besser aufeinander abzustimmen. Weitere Szenarien betreffen den vernetzten OP und die Endoskopaufbereitung. Dort sollen digitale Systeme unter anderem die RĂŒckverfolgbarkeit von Aufbereitungsprozessen unterstĂŒtzen.
Der Ansatz greift ein grundsĂ€tzliches Problem der Krankenhausdigitalisierung auf: Selbst leistungsfĂ€hige GerĂ€te oder Softwarelösungen schaffen noch keinen durchgĂ€ngigen digitalen Prozess, wenn Daten nicht zwischen Systemen ĂŒbertragen werden können. Deshalb soll die Sonderschau nicht primĂ€r einzelne Produktneuheiten zeigen. Im Zentrum steht die Frage, wie Medizintechnik, Software, Sensorik und organisatorische AblĂ€ufe zusammenspielen mĂŒssen, damit daraus ein durchgĂ€ngiger Versorgungspfad entsteht.
Die Messe spricht ausdrĂŒcklich nicht von einem futuristischen Modellkrankenhaus. Gezeigt werden sollen Technologien, die bereits eingesetzt werden oder sich zumindest in konkreten Versorgungsszenarien erproben lassen. Damit unterscheidet sich das Konzept von klassischen Zukunftsdemonstratoren: Entscheidend ist weniger, was technisch irgendwann möglich sein könnte, sondern wie sich vorhandene Systeme heute miteinander verbinden lassen.
Neuer Schwerpunkt auf Krankenhaus-Transformation
Das Hospital of the Future ist Teil des neuen Healthcare Transformation Campus in Halle 12. Dort bĂŒndelt die MEDICA mehrere Formate rund um Krankenhausmanagement, Digitalisierung und Investitionsentscheidungen. Dazu gehören neben der Sonderschau die neue MEDICA Main Stage, der Deutsche Krankenhaustag sowie ein Hospital Leadership Summit und ein Hospital Procurement Summit. Ein deutschsprachiges Symposium widmet sich am 17. November zudem der zukĂŒnftigen deutschen Krankenhauslandschaft, der Ambulantisierung und den Folgen der Krankenhausreform.
Die MEDICA findet vom 16. bis 19. November 2026 in DĂŒsseldorf statt.
Quelle: mednic Redaktion