Neuaufstellung – Gesundheit Nord baut jedes vierte Bett ab

Gesundheit Nord befasst sich weiterhin mit der Sanierung seines Bremer Klinikverbunds. Neben Zentralisierung soll es auch einen Bettenabbau geben. FĂŒr das Jahr 2023 plant der Verbund mit einem Minus von 18 Millionen Euro.

Restrukturierung und Zentralisierung: Der defizitĂ€re Bremer Krankenhausverbund Gesundheit Nord (GeNo) will in den kommenden Jahren 500 der bislang 2000 verfĂŒgbaren Betten abbauen. Das teilte die GeNo nach ihrer Aufsichtsratssitzung am 29. MĂ€rz mit. Doppelt vorhandene Angebote der vier Standorte sollten zusammengefĂŒhrt werden, um trotz FachkrĂ€ftemangels eine qualitativ hochwertige Versorgung zu gewĂ€hrleisten, sagte die Vorsitzende der GeschĂ€ftsfĂŒhrung, Dorothea Dreizehnter.

Das von Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard in Auftrag gegebene Gutachten zur Krankenhausversorgung 2030 im Land Bremen bestĂ€rkt die Zentralisierungsdynamik. Die Konzentration von Leistungen und Angeboten aufgrund von sinkendem Bedarf empfiehlt darin das Institute fĂŒr Health Care Business GmbH (hcb). „Wir merken in unseren KrankenhĂ€usern schon heute die Auswirkungen der zunehmenden Ambulantisierung“, so Dreizehnter.

Bereits 2020 hatte der Verbund einen Sanierungskurs eingeschlagen, um aus dem jahrelangen Defizit zu kommen. Immer wieder hat die Stadt Bremen mit Dutzenden Millionen Euro ausgeholfen. Dank konsequentem Konstenmanagement konnten laut GeNo in den vergangenen zwei Jahren immerhin rund 55 Millionen Euro eingespart werden. FĂŒr die geplanten schwarzen Zahlen in 2023 reicht es aber nicht, denn Inflation, Kostensteigerungen und strukturelle Entwicklungen machen einen Strich durch die Rechnung. Der Verbund rechnet nach eigenen Angaben mit einem Minus von 18 Millionen Euro (planerisches EBITDA). Der Sanierungskurs mĂŒss angepasst werden heißt es. Was das fĂŒr die vier Standorte (Bremen-Mitte, -Nord, -Ost und Links der Weser) bedeutet, soll in den kommenden Monaten von der GeschĂ€ftsfĂŒhrung unter Beteiligung der BetriebsrĂ€te ausgearbeitet werden. Ein genaues Konzept solle bis zur Sitzung des Aufsichtsrates im Juni stehen.

„Wir gehen davon aus, dass der Klinikverbund der Zukunft deutlich weniger Betten betreiben wird als heute“, so Dreizehnter. In den kommenden Jahren will sie die somatischen Betten auf voraussichtlich 1500 reduzieren. Auch Mehrfachstrukturen in der Speisenversorgung, in der Aufbereitung von medizinischen Instrumenten, im Labor und in den Bereichen Lager und Logistik sollen abgebaut und zentralisiert werden. „Wir wollen moderne Medizin und Pflege in modernen Strukturen anbieten – ökonomisch wie auch ökologisch nachhaltig“, betont Dreizehnter. Das sei eine Herausforderung, aber auch eine riesige Chance.

Quelle: dpa/GeNo/gnj