News aus der Branche

Covid-Pandemie - Kapazitäten Ausbau an Kliniken wegen Omikron-Welle

Angesichts der erwarteten Zunahme an Covid-19-Patienten in Berlin-Brandenburg werden jetzt weitere Kliniken stärker in die Corona-Versorgung einbezogen. Plankrankenhäuser, die keine Notfallkrankenhäuser sind, sollen zusätzliche Betten mit infizierten Patienten belegen.

Die starke Ausbreitung der Omikron Virus-Variante stellt die Kliniken in Berlin-Brandenburg vor neue Herausforderungen. Zwar sei der Krankheitsverlauf bei Infizierten weniger heftig als bei der Delta-Variante und mehr Menschen bereits doppelt oder dreifach geimpft, doch würden immer mehr Corona-Fälle auf den Normalstationen behandelt. Auch infiziere sich mittlerweile mehr Personal, wodurch zwar Betten für Patienten bereitgestellt, aber keine Versorgung gewährleisten könnte.

So werden in Berlin nun auch weitere Kliniken, sogenannte Plankrankenhäuser, in die Versorgung miteinbezogen. Zur Versorgungsabsicherung wolle man nun zusätzliche Kapazitäten schöpfen und auch Betten von Kliniken belegen, die keine Notfallkrankenhäuser sind, teilte die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) mit.

Omikron-Wand spürbar

Laut BKG lagen am 7. Januar 2022 berlinweit 436 Patienten wegen einer Covid-Infektion im Krankenhaus, am 19. Januar waren es bereits 611. „Das ist ein kräftiges Plus", sagte Sprecherin Barbara Ogrinz. Zuletzt schwankte die Zahl um 200. Sie liegen zum Teil wochenlang dort und müssen teils auch beatmet werden. Erschwerend kommt hinzu, dass sich auch mehr Beschäftigte infizieren oder als Kontaktpersonen in Quarantäne müssen. So müssen auch die planbaren Operationen weiterhin aufgeschoben werden, wodurch es zu Wartezeiten kommt. Es sei zu prüfen, wo die Behandlung zu erfolgen hat: ambulant, im Krankenhaus oder auf der Intensivstation.

Führt Impfpflicht zu mehr Kündigungen?

Neben den Kapazitätsproblemen beschäftigt die Kliniken in Brandenburg auch die ab 15. März geltende einrichtungsbezogene Impfpflicht. Zwar sehen Kliniken und Betreiber in Brandenburg eine hohe Impfbereitschaft bei den Mitarbeitenden, wüssten aber auch um das „sensible" Thema. Eines der größten Kliniken im Land, das Klinikum Ernst von Bergmann (EvB) in Potsdam, verzeichnet nach eigenen Angaben eine sehr positive Entwicklung unter dem Personal. „Das sehen wir auch bei den aktuellen Boosterimpfungen, die auch weiterhin sehr gut angenommen werden", sagte der Sprecher der Geschäftsführung des Klinikums, Hans-Ulrich Schmidt, der Nachrichtenagentur dpa.

Auch im Carl-Thiem-Klinikum (CTK) in Cottbus wird nach Angaben von Sprecherin Anne Holzschuh derzeit bereits der Immunisierungsstatus der Mitarbeitenden erfasst. Zahlen über den Impfstatus konnte sie deshalb zunächst nicht nennen. Im Klinikum werden ihr zufolge weiterhin regelmäßig Impftermine für die Beschäftigten angeboten. „Außerdem setzen wir weiterhin mit entsprechenden Angeboten auf Aufklärung und Information unserer Mitarbeitenden."

Dennoch wird nach der Änderung des Infektionsschutz-Gesetzes, die Arbeitgeber dazu verpflichtet, den Impfstatus an das zuständige Gesundheitsamt zu melden, mit einer erhöhten Kündigungsrate gerechnet. Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) befürchtet, dass eine Impfpflicht für den medizinischen Bereich zu Kündigungen von ungeimpften Personal in den Praxen führen wird - im schlimmsten Fall zu Praxisschließungen. „Den politisch Verantwortlichen muss bewusst sein, dass eine Impfpflicht in medizinischen Einrichtungen zu kurz greift.", so Vorstandschef Peter NoackNoack. Er fordert deshalb tragfähige Lösungen für eine allgemeine Impfpflicht.

Bisher keine gestiegenen Kündigungszahlen

Dass Mitarbeitende wegen der geplanten Impfpflicht gekündigt hätten, sei dem EvB-Klinikum nicht bekannt, berichtet Sprecher Schmidt in Potsdam. Ohnehin stelle man seit 1. Januar nur noch genesenes oder geimpftes Personal ein. Für ungeimpfte Mitarbeitende, die bereits in der Einrichtung arbeiten, würden weiter wöchentlich Impftermine angeboten. Gekündigt würde niemandem, der ungeimpft sei, betont Schmidt. Ab dem 16. März sei das Klinikum aber dazu verpflichtet, Mitarbeitende ohne Immunitätsnachweis dem Gesundheitsamt zu melden.

Am CTK in Cottbus läge die Abwanderungsrate des Personals nicht über der der Vorjahre. Kündigen werde das Klinikum keinem ungeimpften Personal. Das Infektionsschutz-Gesetz verpflichte dazu, den Status an das zuständige Gesundheitsamt zu melden. Es obliegt dann dem zuständigen Gesundheitsamt, ein Beschäftigungsverbot oder und Betretungsverbot auszusprechen.

Quelle: dpa