Alle Augen sind derzeit auf die Krankenversicherung gerichtet â und was ist mit der Pflegereform? Bis Mitte Mai wolle sie einen Vorschlag unterbreiten, lĂ€sst Ministerin Warken mitteilen. Auf Medienberichte ĂŒber höhere Belastungen geht sie nicht ein.
Alle reden ĂŒber das GKV-Sparpaket und keiner mehr ĂŒber den dringend nötigen Umbau der sozialen Pflegeversicherung!? Bundesgesundheitsministerin Nina Warken ist jetzt dem Eindruck entgegengetreten, die angekĂŒndigte Pflegereform könne angesichts der Arbeit an der groĂen Gesundheitsreform links liegen bleiben.
âIch arbeite an einer Pflegereform mit dem klaren Ziel, die Versorgung nachhaltig zu sichern und die Finanzsituation auf ein solides Fundament zu setzenâ, wird die CDU-Politikerin in einem am Dienstag verbreiteten Statement zitiert.
Bis spĂ€testens Mitte Mai wolle sie einen Vorschlag vorlegen, der die Stabilisierung der Finanzsituation mit den notwendigen Strukturreformen verbinde, so Warken. Grundlage bilde das Ergebnis der Bund-LĂ€nder-Arbeitsgruppe âZukunftspakt Pflegeâ.
âErfolgsgeschichteâ bis heute
Die Pflegeversicherung sei eine âErfolgsgeschichteâ, die fĂŒr Millionen Menschen tĂ€glich UnterstĂŒtzung sichere, betont Warken. Allerdings befinde sich das System in einer âSchieflageâ â sie habe es bei Amtsantritt im Mai 2025 in einem âkatastrophalen Zustandâ ĂŒbernommen.
âStrukturreformen wurden vertagt, da eine ehrliche Debatte darĂŒber vermieden wurde, ob Leistungen zielgerichtet eingesetzt werden und was die Pflegeversicherung grundsĂ€tzlich in der Lage zu finanzieren ist.â Alleine im nĂ€chsten Jahr wĂŒrden der Pflegeversicherung sechs Milliarden Euro fehlen, so Warken.
Auf einen aktuellen Bericht des âRedaktionsNetzwerks Deutschlandâ (RND), Warken plane eine Senkung der zeitlich gestaffelten ZuschĂŒsse der Pflegekassen fĂŒr Heimbewohner und höhere BeitrĂ€ge fĂŒr Gutverdiener, geht die Ministerin in ihrem Statement nicht ein.
Warken versichert lediglich, die Koalition werde PflegebedĂŒrftige und deren Angehörige ânicht allein lassenâ. Auch gehe sie davon aus, dass sich alle Beteiligten der Herausforderung bewusst seien.
Diakonie warnt vor Rotstift
Der PrĂ€sident der Diakonie Deutschland, RĂŒdiger Schuch, warnte derweil vor einer Rotsiftpolitik. Die ZuschĂŒsse zu den Pflegekosten weniger schnell steigen zu lassen, sei âgenau der falsche Wegâ. Schon heute mĂŒssten PflegebedĂŒrftige im Schnitt mehr als 3.200 Euro monatlich an Eigenanteilen fĂŒr einen Platz im Pflegeheim zahlen. âHier braucht es dringend eine Entlastung, damit Pflege kein Armutsrisiko ist.â
Wie ihre groĂe Schwester, die gesetzliche Krankenversicherung (GKV), weist auch die soziale Pflegeversicherung seit Jahren ein hohes Milliardendefizit aus. Umschiffen kann die Pflegeversicherung es aktuell nur, weil sie ĂŒber den Bundeshaushalt ein Darlehen in Höhe von 3,2 Milliarden Euro erhalten hat. Derzeit sind in Deutschland rund 5,7 Millionen Menschen pflegebedĂŒrftig.
Die Bund-LĂ€nder-Arbeitsgruppe âZukunftspakt Pflegeâ hat im Dezember 2025 VorschlĂ€ge fĂŒr eine Reform der Pflegeversicherung vorgelegt. Das Papier stöĂt allerdings auf Kritik, da es verschiedene Lösungsoptionen enthalte, aber keine Festlegungen. Aus Verhandlungskreisen ist zu hören, vor allem die Finanzierung sei die gröĂte Herausforderung bei der Reform.
Quelle: Deutsche Ărztezeitung
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