Update Cyberangriffe – Bezirkskliniken Mittelfranken reden nicht mit den Hackern

Zwei KrankenhÀuser wurden Ende Januar Opfer von Cyberangriffen. Doch wie steht es nun um die Caritas-Klinik Dominikus in Berlin und die Bezirkskliniken Mittelfranken? Zumindest letztere können von einer Kontaktaufnahme der TÀter berichten.

Sowohl die Bezirkskliniken Mittelfranken als auch die Caritas-Klinik Dominikus in Berlin wurden Ende Januar Opfer von Cyberangriffen. WĂ€hrend man in Berlin noch mit der Analyse des Angriffs beschĂ€ftigt ist, um Klarheit ĂŒber eventuell entwendete Daten zu bekommen, wurden die Bezirkskliniken in der Zwischenzeit von den Hackern kontaktiert. Das Unternehmen hat sich in seiner Mitteilung klar gegenĂŒber den Cyberkriminiellen positioniert.

Die Caritas-Klinik Dominikus in Berlin-Reinickendorf hatte am 29. Januar einen Cyberangriff entdeckt. Trotz vorhandener IT-Schutzsysteme sei es den Cyberkriminellen gelungen, die Barrieren zu unterwandern. Zum gegenwĂ€rtigen Zeitpunkt habe die Klinik keine gesicherten Informationen darĂŒber ob, welche und wie viele Daten tatsĂ€chlich aus den IT-Systemen entwendet wurden, heißt es. Die Klinik stehe weiterhin in engem Austausch mit dem Beauftragten fĂŒr Datenschutz. Eine detaillierte Analyse des Cyberangriffs wird Gegenstand einer umfassenden IT-forensischen Untersuchung sein, um eine Fortsetzung oder einen erneuten Angriff zu verhindern.

NotfallplĂ€ne fĂŒr IT-AusfĂ€lle

Nach eigenen Angaben sei das Krankenhaus auf einen derartigen Fall vorbereitet gewesen. Allgemeine NotfallplĂ€ne fĂŒr IT-AusfĂ€lle, unabhĂ€ngig von der Ursache, seien bereits implementiert gewesen, um die reibungslose BewĂ€ltigung von Krisensituationen zu gewĂ€hrleisten.

Weiter heißt es, die Klinik verfĂŒge ĂŒber eine klare Strategie zur Datensicherung und -wiederherstellung. Die Backups könnten allerdings nach dem Hackerangriff erst wieder hergestellt werden, wenn sowohl bereinigte als auch sichere IT-Systeme vorhanden sind. Es mĂŒsse auch sichergestellt sein, dass in den Datensicherungen keine Schadsoftware der Cyberkriminellen hinterlassen wurden. Aufgrund der riesigen Datenmengen werde die Analyse der IT-Systeme und Datensicherungen viel Zeit in Anspruch nehmen, heißt es weiter. Die Klinik mĂŒsse dabei stets auf die Sicherheit der Daten achten.

Update Bezirkskliniken Mittelfranken

Bereits am 27. Januar kam es bei den Bezirkskliniken Mittelfranken zu einem Angriff auf die IT-Systeme. Wie das Gesundheitsunternehmen am 1. Februar mitteilte, handelte es sich bei der Cyberattacke um einen Ransomeware-Angriff.

„Wir können bestĂ€tigen, dass es eine versuchte Kontaktaufnahme seitens der Hacker gab, auf die wir nicht eingegangen sind“, so das Klinikunternehmen. „Daher sind uns Inhalt und Umfang eventueller Forderungen, die in der Regel Teil derartiger Hackerangriffe sind, nicht bekannt.“ Nach Abstimmung mit den ermittelnden Behörden und dem Verwaltungsrat der Bezirkskliniken werde man nicht in Verhandlungen mit den TĂ€tern gehen, heißt es. 

Wir werden nicht in Verhandlungen treten. 

Trotz massiver Behinderungen könnten die Kliniken ihrem Versorgungsauftrag weiterhin nachkommen. Die Sicherheit und Versorgung der Patientinnen und Patienten sei zu jeder Zeit gewĂ€hrleistet. „Wir nehmen bewusst die UmstĂ€nde in Kauf, statt das kriminelle Handeln der Hacker zu unterstĂŒtzen.“

Weiter teilt das Unternehmen mit, dass die IT-Mitarbeitenden nach wie vor mit Hochdruck an der Analyse arbeite – unterstĂŒtzt von externen Expertinnen und Experten. Gleichzeitig werde darauf vorbereitet, die IT-Systeme neu aufzusetzen. Aktuell könnten die Kliniken allerdings keine Aussage dazu machen, wann dies abgeschlossen sein werde.

Der Krisenstab tage tĂ€glich und sei in stĂ€ndigem Austausch, heißt es. Er bestehe neben der GeschĂ€ftsfĂŒhrung aus Beauftragten fĂŒr Unternehmenssicherheit sowie leitenden Mitarbeitenden. DarĂŒber hinaus seien die Kriminalpolizei (Kriminaldezernat 5 NĂŒrnberg fĂŒr Cybercrime und digitale Forensik) und die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg (Zentralstelle Cybercrime Bayern ZCB) involviert.

Quelle: Bezirkskliniken Mittelfranken/Caritas Berlin/gnj