Berlin â Die digitale ErsteinschĂ€tzung wird bei der Entwicklung eines Modells zur besseren Patientensteuerung eine zentrale Rolle einnehmen. Das erklĂ€rte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) gestern in Berlin und versprach ein neues Digitalgesetz aus ihrem Hause im FrĂŒhjahr.
Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) eruiere derzeit, wie genau digitale Anwendungen wie ein ErsteinschĂ€tzungstool, aber auch elektronische FacharztĂŒberweisungen im angedachten PrimĂ€rversorgungsmodell eingebunden werden können.
âEine digitale ErsteinschĂ€tzung wird und muss ein Teil davon sein, schon weil wir gar nicht die hausĂ€rztlichen KapazitĂ€ten haben, es anders zu machenâ, sagte Warken bei der Digital Health Conference des Branchenverbands Bitkom.
Zudem sei geplant, die Möglichkeiten zur Anwendung telemedizinischer Behandlungen auszubauen. âWir brauchen eine versorgungsorientierte Weiterentwicklung der Telemedizinâ, betonte sie.
Einem sinnvollen Einsatz digitaler Technologien komme eine entscheidende Bedeutung bei der Aufgabe zu, die Finanzierbarkeit des Gesundheitswesens auch in Zukunft sicherzustellen. Dabei sei es besonders wichtig, auch aktuelle Entwicklungen in diesem Bereich im Auge zu behalten, weshalb das BMG derzeit an einer Weiterentwicklung seiner Digitalstrategie arbeite. Derzeit werde sie um die Einsatzfelder von KĂŒnstlicher Intelligenz (KI) und die Anbindung an den EuropĂ€ischen Gesundheitsdatenraum (EHDS) ergĂ€nzt.
Die Bundesregierung habe sich vorgenommen, HĂŒrden fĂŒr den Datenaustausch abzubauen und das Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG) weiterzuentwickeln. Insbesondere mit Blick auf den EHDS gelte es dabei, vorsichtig zu agieren.
âDiese EU-Verordnung ist gerade mitten in der Umsetzung und wir mĂŒssen aufpassen, dass wir da nicht â wie es oft in BrĂŒssel passiert, ĂŒberregulierenâ, sagte Warken. âWir mĂŒssen wegkommen von Goldrandlösungen und dĂŒrfen nicht mehr alles ĂŒberregulieren.â Sie erhalte dabei gute UnterstĂŒtzung vom neu geschaffenen Digitalministerium (BMDS) unter ihrem Parteifreund Karsten Wildberger, speziell zum Ausgleich von Datenschutz und Datennutzung.
Insgesamt mĂŒsse die Datennutzung im Gesundheitswesen verbessert werden, wobei das neu eingerichtete Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ) beim Bundesinstitut fĂŒr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ein Meilenstein sei.
Ebenfalls eine zentrale Rolle nehme die elektronische Patientenakte (ePA) ein. Diese solle in den kommenden Jahren kontinuierlich ausgebaut werden und ein Dreh- und Angelpunkt in der sektorenĂŒbergreifenden Versorgung werden. Dabei mĂŒsse jedoch die Zahl der aktiv Nutzenden steigen, damit die Bevölkerung auch den Nutzen der Anwendung erkennt.
FĂŒr all das sei jedoch die Voraussetzung, dass die Dienste in der Telematikinfrastruktur (TI) stabil und zuverlĂ€ssig laufen. Hier hatte es jĂŒngst wieder Probleme gegeben. âDie Digitalisierung kann ihre Vorteile nur dann voll entfalten, wenn die digitalen Angebote auch verlĂ€sslich verfĂŒgbar sindâ, rĂ€umte Warken ein.
Sie versprach deshalb Verbesserung bei der StabilitÀt der TI. Ihr Haus arbeite bereits daran. Ein herausragendes Ziel sei dabei die Reduktion der KomplexitÀt auf dem Weg zu einer TI 2.0.
Quelle: lau/Annette Riedl
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